Brautstrauß Winter heißt: Blumen, die Kälte, Heizungsluft und Wartezeit draußen aushalten. Dafür bekommt ihr Farben und Strukturen, die im Sommer fehlen, zum Beispiel Tannengrün, Beeren, Samt und Trockenblumen. Diese Seite zeigt, welche Blumen passen, wie der Strauß den Tag übersteht und worauf ihr beim Standesamt achtet.
Brautstrauß Winter: welche Blumen gibt es jetzt?
Im Winter wächst weniger auf dem Feld. Vieles kommt aus dem Gewächshaus, und die Auswahl hängt vom Monat und vom Großhandel ab. Fragt eure Floristin früh, was zu eurem Termin frisch zu bekommen ist.
Rosen, Ranunkeln und Anemonen bringen Fülle, Amaryllis bringt Höhe. Rosen mit festen Blütenblättern stecken Kälte besser weg als zarte Sorten. Ranunkeln und Anemonen wirken weich und fast wie Papier. Eine Amaryllis steht aufrecht und füllt einen Strauß mit wenigen Stielen.
Dazu kommt das Grün. Tannenzweige, Eukalyptus und Wacholder halten lange und riechen nach Wald. Beeren und Zapfen setzen kleine Akzente. Wer es ruhiger mag, bindet Trockenblumen ein, etwa Pampasgras oder getrocknete Hortensien.
Gegen Ende des Winters kommen Tulpen und Hyazinthen aus dem Gewächshaus dazu. Hyazinthen duften stark, das fällt in einem Strauß sofort auf. Schaut bei der Floristin, was in eurem Monat gerade frisch hereinkommt, statt ein Pinterest-Bild eins zu eins nachzubauen.
Christrosen sehen im Strauß fein aus, hängen aber ohne Wasser schnell durch. Fragt eure Floristin, ob sie für euren Tag taugen. Bei langen Wegen und Wartezeiten sind andere Blüten die sichere Wahl.
Farben und Stimmungen für den Winterstrauß
Im Winter dürfen Farben dunkler und satter sein als im Sommer. Burgund, Bordeaux und Tannengrün stehen gut vor Kerzenlicht. Gold und Kupfer greifen den Schein der Flammen auf. Vier Richtungen haben sich bewährt:
- Schneeweiß: weiße Rosen, Ranunkeln und Eukalyptus. Passt zu Fellstola und heller Kulisse.
- Waldig: Tannengrün, Zapfen, Beeren und ein paar rote Rosen. Der Strauß riecht nach Wald.
- Samtig: Bordeaux, Pflaume und dunkles Grün. Wirkt vor Holz und Kerzenlicht besonders warm.
- Getrocknet: Pampasgras, Lagurus und Strohblumen in Creme und Beige. Hält auch ohne Wasser.
Ein Winter Brautstrauß in Weiß ist kein Fehler. Im Schnee verschwindet er auf Fotos aber leicht. Ein Hauch Grün, Puderrosa oder Lavendel gibt ihm Kontur. Wie ihr Tische und Park dazu einrichtet, steht im Ratgeber mit den Deko-Ideen für Tisch und Park.
Farben verändern sich im Kerzenlicht. Blau wirkt dunkler, Rot satter und Weiß cremiger. Bittet eure Floristin um einen Probestrauß und seht ihn euch abends bei warmem Licht an. So wisst ihr vor der Bestellung, wie er auf den Fotos aussieht.
Formen: runder Strauß, Armstrauß oder Muff
Die Form bestimmt, wie der Strauß in der Hand liegt und wie viel Platz er braucht.
Der runde Handstrauß ist der Klassiker. Er ist kompakt, leicht und passt zu jedem Kleid. Ein locker gebundener Strauß wirkt natürlicher und zeigt mehr Grün.
Der Armstrauß liegt in der Armbeuge, die Stiele ragen lang heraus. Er braucht Platz und steht fließenden Kleidern gut. Mit Tannengrün und Amaryllis wirkt er im Winter ruhig und schlicht.
Eine Alternative ist der Muff, eine Röhre aus Fell oder Wollstoff mit einem kleinen Blumengesteck. Er wärmt beide Hände, und die Blüten bleiben geschützt. Für den Ringtausch braucht ihr aber freie Hände, also klärt vorher, wer den Muff dann hält.
Kleiner Brautstrauß fürs Standesamt im Winter
Das Standesamt ist oft eng, die Zeremonie kurz, die Wege legt ihr zu Fuß oder im Auto zurück. Hier passt ein kleiner Brautstrauß besser als ein großer Wasserfall. Ein runder Handstrauß liegt locker in einer Hand und stört weder Mantel noch Stola.
Wenige große Blüten mit Grün und Beeren reichen völlig aus. Ein kleiner Strauß lässt sich auch leichter tragen, wenn es glatt ist und ihr eine Hand für den Mantel braucht.
Plant die Hände mit ein. Beim Ja-Wort tauscht ihr Ringe und unterschreibt. In dieser Zeit kann eure Trauzeugin den Strauß halten.
Fragt vorher beim Standesamt, ob Fotos im Raum und vor der Tür erlaubt sind. Dann wisst ihr, wie lange der Strauß draußen warten muss. Zum Strauß gehören auch kleine Stücke: ein Anstecker für den Bräutigam und ein Gesteck für Mutter und Trauzeugin. Nehmt dafür eine Blume aus dem Strauß, dann wirkt alles abgestimmt.
Haltbarkeit bei Kälte: Wasser, Wickel, Wartezeit
Kälte schadet Schnittblumen weniger als Wärme. Gefährlich wird Frost, denn gefrorene Blütenblätter werden glasig und braun. Heizungsluft trocknet die Blüten dagegen aus.
Der Strauß braucht bis zu seinem Auftritt Wasser. Stellt ihn bis kurz vorher in eine Vase mit frischem Wasser an einen kühlen Ort. Viele Floristinnen wickeln die Stiele zusätzlich in feuchtes Küchenpapier und Folie, damit sie unterwegs nicht austrocknen. Fragt nach, wie euer Strauß gebunden wird.
Auch das Auto zählt. Über Nacht im kalten Wagen leidet der Strauß genauso wie direkt vor der Heizung. Transportiert ihn in einem Eimer mit etwas Wasser, gut gesichert gegen Kippen.
Haltet die Wartezeit draußen kurz. Zarte Blüten wie Ranunkeln und Anemonen mögen keinen Frost. Tannengrün, Eukalyptus, Beeren und Trockenblumen stehen Kälte besser durch. Fragt eure Floristin, wie lange euer Strauß bei den erwarteten Temperaturen draußen bleiben darf.
Nach den Fotos geht der Strauß zurück ins Wasser. Er braucht dann einen Platz abseits von Kamin, Heizkörper und Kerzen.
Brautstrauß Winterhochzeit: vier Fehler, die sich vermeiden lassen
Vier Dinge laufen bei Wintersträußen häufig schief. Alle lassen sich im Gespräch mit der Floristin klären, bevor sie etwas kosten.
- Sommerstil im Winter: Zarte Blüten ohne festes Grün halten Frost und Wartezeit nicht aus.
- Weiß auf Weiß: Vor Schnee und Fellstola fehlt dem Strauß die Kontur auf den Fotos.
- Kein Wasser unterwegs: Nach der Fahrt ist der Strauß schon müde, bevor die Zeremonie beginnt.
- Zu groß fürs Standesamt: Er stößt an Mantel, Stuhl und Türrahmen.
Der Strauß am Hochzeitstag: wer hält ihn wann?
Am Morgen kommt der Strauß an und geht sofort ins Wasser. Eure Trauzeugin oder jemand aus der Familie übernimmt ihn bis zur Zeremonie. Er bleibt nicht im Zimmer neben der Heizung stehen.
Kurz vor dem Einzug bekommt ihr ihn in die Hand. Beim Ringtausch, beim Unterschreiben und beim Gruppenfoto reicht ihr ihn weiter. Sprecht diese Übergaben vorher durch, dann sucht im Moment niemand nach einer freien Hand.
Beim Essen steht der Strauß in der Vase am Brauttisch, außer Reichweite der Kerzen. Wer ihn werfen will, tut das im Winter besser drinnen. Auf glatten Wegen im Dunkeln sucht niemand gern im Schnee nach einem Strauß. Wer das Original behalten möchte, lässt einen zweiten, kleinen Wurfstrauß binden.
Der Winterstrauß vor dem Baumbestand der Villa
Bei uns in Eisenberg steht die Villa in einem Park mit Baumbestand. Wenn Schnee liegt, stehen die Stämme dunkel dahinter. Ein weißer Strauß verschwindet in diesem Bild. Ein Strauß mit Grün, Beeren oder einem Farbakzent bleibt sichtbar.

Drinnen übernimmt das Kerzenlicht. Der Kamin brennt, die Kronleuchter sind gedimmt, auf den Tischen stehen Kerzen. In diesem Licht leuchten Burgund und Gold, und Weiß wird warm.
Für Fotos im Freien gibt es den überdachten Außenbereich, der sich mit Heizpilzen ausstatten lässt. Dort steht ihr trocken, und der Strauß wartet nicht im Schneefall. Eine Feuerschale im Park kommt dazu. Wie eine ganze Feier bei uns im Winter abläuft, zeigt die Seite zur Winterfeier in der Villa Renting.
Strauß und Kleid aufeinander abstimmen
Strauß und Kleid stehen auf jedem Foto nebeneinander. Bringt zum Termin bei der Floristin ein Foto vom Kleid mit, dazu ein Stück Stoff, wenn ihr eines habt.
Ein Kleid mit viel Spitze oder Stickerei verträgt einen ruhigen Strauß. Ein schlichtes Kleid darf mehr Volumen tragen. Satin und Samt stehen neben matten Blüten und Trockenblumen besonders gut.
Im Winter kommt ein zweites Teil dazu: Cape, Stola oder Mantel. Eine weiße Fellstola schluckt weiße Blüten, wie auf dem Foto oben. Probiert den Strauß deshalb mit der Stola an, nicht nur mit dem Kleid.
Länge und Gewicht zählen ebenfalls. Ein Strauß, der bis zur Taille reicht, stört den Rock nicht. Haltet ihn vor der Bestellung einmal zehn Minuten in der Hand.
Greift eine Blume aus dem Strauß noch einmal im Haarschmuck auf. Dann hängen Kleid, Strauß und Frisur auf den Fotos zusammen. Bei einer Stola mit Fell reicht ein kleiner Zweig im Haar völlig aus.
Was kostet ein Brautstrauß im Winter?
Eine feste Zahl nennen wir euch hier nicht. Der Preis hängt von Größe, Blumenart, Monat und Aufwand ab. Blumen aus dem Gewächshaus kosten meist mehr als Grün oder Trockenblumen.
Fragt eure Floristin nach einem schriftlichen Angebot und nennt dabei Datum, Größe und Farben. Rechnet Anstecker und Tischblumen gleich mit ein. Was die Feier bei uns als Ganzes kostet, seht ihr Posten für Posten im Preiskonfigurator.
Sparen lässt sich bei der Größe und bei der Wahl der Blumen. Ein kleinerer Strauß mit viel Grün und wenigen Gewächshausblumen ist günstiger als ein großer mit Ranunkeln. Ein Trockenstrauß hält außerdem länger und bleibt als Erinnerung zu Hause stehen.
Euer nächster Schritt
Legt zuerst Farbe und Form fest, dann geht ihr zur Floristin. Parallel klärt ihr, wo und wann ihr feiert, denn davon hängt ab, wie lange der Strauß draußen steht. Das Datum gibt auch vor, welche Blumen zu der Zeit frisch erhältlich sind.
- Farbwelt wählen: schneeweiß, waldig, samtig oder getrocknet
- Foto von Kleid und Stola zur Floristin mitnehmen
- Wasser und einen kühlen Platz für den Hochzeitstag einplanen



